QUARTIER RIEDENBURG

Schöner Wohnen in Salzburg

Durch Wohnraum alleine entsteht noch kein großartiges Wohnquartier. Am Beispiel der ehemaligen Riedenburgkaserne in Salzburg zeigt sich die bedeutende Rolle der Landschaftsarchitektur.

Die Grundidee 

Das Konzept integriert das neue Gelände in die umgebenden Strukturen ein und bietet den Bewohnern und Nachbarschaften Möglichkeiten für Anbindung und Aufenthalt. Urbanität und Öffentlichkeit variieren innerhalb des Quartiers, aber alle Bereiche werden durch ein kohärentes Gesamtkonzept zusammengehalten. <span style="color:rgb(158,211,0)">Kirsten Schomakers, Architektin</span> bei der Agence Ter .de GmbH Landschaftsarchitekten, war maßgeblich an der Entstehung des Freiraumkonzepts für das neue Wohnquartier beteiligt. 

Dessen Idee erklärt sie so:

Der Freiraum sollte unterschiedliche Atmosphären anbieten, von halbprivaten Eingangsbereichen in unmittelbarem Umfeld der Wohnungen bis hin zu urbanen Plätzen, von ruhigen Aufenthaltsorten bis hin zu geschäftigen und belebten Räumen. Dabei sollte trotz der dichten Bebauung der Rainberg stets erlebbar bleiben und der Freiraum des Quartiers Orientierung schaffen.

Diese Einordnung in die Umgebung gelingt durch drei freiräumliche Elemente, die sich zwar in ihrer Raumwirkung unterscheiden, sich aber alle in östlicher Richtung hin zum grünen Rainberg öffnen, der dort direkt an das Gelände angrenzt. So gelingt der Spagat zwischen Urbanität und Natur und den verschiedenen Ansprüchen von Bewohnern und Anrainern. Die drei so genannten Landschaftsfugen sind:

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<li>Urbanes Entrée im Norden</li>

<li>Topografische Landschaftsfuge</li>

<li>Südliches Entrée</li>

</ul>

Urbanes Entrée im Norden

Am nördlichen Eingang befindet sich der urban gestaltete Kattundruckerplatz. Neben der Haltestelle des öffentlichen Personennahverkehrs beherbergt er eine Biedermeiervilla, die bis vor Baubeginn als Kindergarten genutzt wurde. (Dieser ist inzwischen in ein neues Gebäude auf dem Areal umgezogen.) Der Platz dient außerdem als Vor- und Empfangszone für die dort angesiedelte Büro- und Kleingewerbenutzung. Die Gestaltungselemente auf dem Kattundruckerplatz greifen das Handwerk der Baumwolldrucker auf. Angenehm duftende amerikanische Gelbholzbäume, in Gruppen gepflanzt, gliedern den Platz. Aus ihnen lässt sich ein Textilfarbstoff gewinnen, der an die Nutzung des angrenzenden Areals als Baumwolldruckerei erinnert.

 

Topografische Landschaftsfuge und Südliches Entrée

In der Mitte des Geländes bietet ein weitläufiger Grünbereich Raum für Öffentlichkeit und Aufenthalt. Dieser Freiraum beginnt urban am westlichen Entrée der Moosstraße bei Kindergarten und Gemeinschaftshaus und erstreckt sich bis zur Leopoldskronstraße am östlichen Ende.

Die Gestaltung lenkt den Blick über das Gelände hinaus auf das grüne Volumen des Rainbergs. Es gibt zahlreiche Aussichts-, Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten. Fuß- und Radwege führen durch diesen Bereich. Am östlichen Rand schützt eine Lärmschutzwand vor dem Verkehrslärm der Leopoldskronstraße.

Der Bereich an der Lärmschutzwand ist so modelliert, dass er zum Aufenthalt und im Winter zum Rodeln genutzt werden kann. Oben bietet eine kleine Aussichtsplattform den Blick zum Rainberg und einen Überblick über das neue Quartier. Im Süden, an der Kreuzung Sinnhubstraße/Leopoldskronstraße, öffnet sich der Bereich des südlichsten Clusters. Einzelne Bäume unterschiedlicher Art definieren den Platz. Im Bereich des Klinkerbaus, der kulturell umgenutzt wird, bindet der Platz an den Eingangsbereich des neuen Kulturzentrums an.

Was ein bisschen Farbe doch ausmacht

Auf dem Gelände selbst wurden die neuen Wohn- und Bürogebäude in Clustern zu je drei Häusern zusammengefasst. Das gelingt einerseits durch halbprivate Hofterrassen, die sich durch einen geringen Niveauunterschied vom Rest der parkartigen Landschaft abheben, aber auch das Pflanzkonzept trägt dazu bei: In jedem Cluster sind die Außenfassaden und die Bepflanzung farblich aufeinander abgestimmt und es entsteht ein ausgeglichenes Bild aus warmen und kalten Tönen. So schafft die Hofterrasse jedes Clusters in Kombination mit der Bepflanzung und den Außenfassaden eine eigene Atmosphäre, die sich über die Jahreszeiten hinweg verändert. Um die Größe der Wohnhäuser zu relativieren, wurden zusätzlich Obstgehölze wie Kirsche, Apfel, Birne oder Mispel farblich passend eingeplant. Die Gliederung in farbliche Cluster bietet nicht zuletzt Orientierung auf dem Weg durch das Quartier.

Weg und Blick durch das Quartier

In Nord-Süd-Richtung verläuft ein Wegeband und leitet durch das Quartier. Es macht die grünen Freiräume erlebbar, bindet Gebäude an, schafft Platzsituationen, Aufenthaltsqualitäten und Eingangsbereiche. Das Wegeband folgt keinem geraden Verlauf, sondern windet sich durch das Gelände und schafft Zugang zu allen öffentlichen Plätzen. Da Wohnungen und Hofterrassen leicht erhöht liegen, erlauben sie den Blick in den abwechslungsreichen Außenraum mit seiner vielfältigen Nutzung und Bepflanzung.

Wie kann Landschaftsarchitektur nachhaltiger werden?

Kirsten Schomakers kennt Antworten auf diese Frage: Indem man einheimische Baum- und Pflanzenarten und Materialien mit kurzen Transportwegen verwendet, öffentliche Flächen robust und zeitlos gestaltet. Außerdem hebt sie die Bedeutung von Grünflächen hervor:

Grünflächen dienen als Wasserspeicher und fördern so das Stadtklima. Neben einer guten Gestaltung sind sie also wichtiges Element, um angenehme Aufenthaltsqualitäten zu schaffen. Ausreichende Erdüberdeckung auf Dachterrassen und Tiefgaragen verhindern aufgeheizte Baumassen und geben das Regenwasser langsam an die Umgebung ab.

Mehr über die Herausforderungen bei der Entwässerung im Quartier Riedenburg lesen Sie hier.

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Gottfried Graspointner
Sales advisor north Austria
BG-Graspointner GmbH